Schweiz, Unterwegs
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Trottinett, Klettern und Göttibueb: Grosser Spass in Adelboden.

August 2018 – Die Tschudi-Familie (Eltern, Schwestern und seit drei Jahren auch der Göttibueb aka Neffe) macht seit einigen Jahren wieder gemeinsam Ferien. Das, was man zwischen 20 und 30 tunlichst vermeidet, mache ich mittlerweile wieder sehr gerne und freue mich immer, mehr als nur ein paar Stunden Zeit mit ihnen zu verbringen. Und kurz nachdem auch im letzten Kanton die Sommerferien zu Ende gehen, ist es also mal wieder soweit…

Anreise
Meine Familie ist schon seit Samstagnachmittag da, ich reise direkt nach der Arbeit am Dienstagabend mit Zug und Bus von Zürich via Bern und Frutigen nach Adelboden (2 Stunden, 25 Minuten). Und ja, ich gönne mir das 1. Klasse Upgrade (CHF 25.50 zum 2. Klasse GA).


Wohnen
Die Familie hat über e-domizil ein Haus mit Terrasse, Küche, Wohnzimmer, zwei Badezimmern und drei Schlafzimmern für rund 1600 Franken (inkl. Endreinigung und Gästekarte, welche einige Angebote vergünstigt oder gratis nutzbar macht) gesucht und gefunden. Es hat genügend Platz für sechs Personen und die Küche ist gut ausgestattet, sodass wir morgens und abends meist zuhause kochen und essen. Zeitraum der Miete: Samstag bis Samstag.

Unternehmungen
Ich habe zwischendurch gewitzelt, dass ich nach diesen vier Tagen perfekt Ausflüge für Familienferien präsentieren kann. Und in der Tat: so ist es. Hier also meine Erfahrungen und Empfehlungen.

      

Tag 1 (Mittwoch)
Mein Pa und ich nutzen die gute Wettervorhersage, verabschieden uns nach dem Frühstück vom Rest der Familie und fahren mit dem Auto zur Talstation der Bergbahnen Engstligenalp. Da mein Vater mir kurz vor der Abreise noch eine SMS geschickt hat, bin ich mit meiner eigenen Kletterausrüstung am Start. Sich Helm, Gstältli, Steigset und Handschuhe zu mieten, kostet im Kombi aber auch nur 22 Franken. Die Nutzung des Klettersteigs ist gratis, man kann aber am Ende der Tour einen freiwilligen Beitrag zum Unterhalt leisten. Die Mitarbeiterin an der Station meint dann noch, dass eine Stunde vor uns noch eine Gruppe mit neun Personen eingestiegen sei, wir sind dann aber während der ganzen Tour ohne weitere Begleitung.
Wir laufen ca. 20 Minuten und steigen dann in den Chäligang ein. Nach Jahren ohne Training brauche ich ein paar Minuten, um mich wieder etwas einzugewöhnen. Schnell bin ich aber wieder drin und verspüre einfach nur grosse Freude ob diesem Erlebnis, der tollen Aussicht und der Ruhe. Ich bin oben angekommen auch überhaupt nicht böse, dass es „nur“ ein K2 ist (die Schwierigkeits-Skala geht von 1 bis 6) und frage mich einmal mehr, warum ich es nicht wenigstens einmal pro Jahr in einen Klettersteig schaffe.

    

Tag 2 (Donnerstag)
Ab der Talstation Silleren fahren wir alle zusammen mit der Bahn hoch auf 1976 m ü. M. zum Sillerenbühl. Meine Schwester und ich wollen den Höi-Kletterturm machen. Auf drei Ebenen und 64 Stationen stehen zahlreiche Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Auswahl. Zuoberst im Hochseilgarten gibt es noch eine Panomaraterrasse (offen für alle Besucher) mit spektakulärer Rundsicht! Überraschenderweise komme ich mit diesen ganzen wackeligen Elementen gar nicht so gut zugange, meine Schwester ist da viel sicherer und auch beschwingter. Der Göttibub vergnügt sich – betreut von seinem Grossvater – auf der 1-Meter-über-Boden-Ebene im separaten Kinder-Parcours (gedacht für 4 bis 8 Jährige).
Das Kombiticket Bahn/Turm kostet (inkl. Kletterausrüstung) für die Erwachsenen 42 Franken, für Kinder 30.

Meine Mutter und die jüngste Schwester mit Hund machen in der Zwischenzeit eine Rundwanderung. Um die Mittagszeit treffen wir uns alle wieder im Bergrestaurant, gönnen uns einen Aperol Sprizz und was das Buffet so her gibt. Wer noch etwas mehr Auswahl und Gehobeneres mag: Es gibt auch einen bedienten Teil (drinnen und draussen).
Mein Vater und ich haben danach noch nicht genug und kaufen uns für weitere 18 Franken auch noch den Tagespass für die Trottinettmiete. Auf insgesamt 45 Kilometern kann man damit auf sieben verschiedenen Routen die Berge runterfahren. Was für ein Spass! Bei der Talstation angekommen, gibt man das Trottinett ab, fährt mit dem Bähnli wieder hoch und schnappt sich das nächste. Velohelm und Haarnetz (ja, das nutzen auch tatsächlich einige) inklusive.
Und wenn der Herr vom Adventure Park nicht kurz vor Feierabend stünde, wären wir auch noch ein paar der insgesamt 16 Seilbahnen runtergerast. Nicht so schlimm, es muss ja auch noch etwas offen bleiben für den nächsten Besuch.

    

Tag 3 (Freitag)
Meine Mam hat heute andere Pläne, der Rest von uns fährt mit der Gondelbahn von der Talstation im Dorfzentrum hoch auf die Tschentenalp (13 Franken für Erwachsene, 8.50 für Kinder ab 8 Jahren, ermässigt mit der Gästekarte). Das Bergrestaurant mit Übernachtungsmöglichkeit ist echt schön gemacht, wir nutzen jedoch nur kurz die Toiletten und machen uns dann direkt auf den Weg. Unsere heutige Wanderung: Tschentenalp–Schermtanne–Adelboden. Wir brauchen mit dem kleinen Mann etwas länger als die veranschlagten 2 1/4 Stunden, aber er hält sich wacker und der Spielplatz beim Restaurant Schermtanne lässt die vorangegangenen Anstrengungen umgehend vergessen. Die Terrasse lädt zum Verweilen ein und die Karte macht Lust auf etwas Einfaches, aber Gutes. Leider überzeugen weder die Käseschnitte, der Schermtanne Teller, die Rösti noch die Suppe. Ich mag einfache, typische Gerichte auf dem Teller und verstehe wirklich nicht, wie man diese so lieblos kochen und servieren kann. Schade…

Nach dem Essen und einer Runde Spielplatz geht es dann die letzten Kilometer hinunter ins Dorf. Die Sonne ist mittlerweile weg und es beginnt leicht zu nieseln. Kein Problem, wir waren ja vorgewarnt und haben unser Regenzeugs dabei.
Im Tea-Room Schmid belohnen wir uns zurück im Dorf noch mit einem Kaffee und etwas Süssem. Bei schönem Wetter muss die Sicht aus deren Panoramafenster übers Tal grossartig sein!

    

Fazit
Es waren tolle Tage und meine Familie ist und bleibt einfach die beste! Ich liebe sie alle und meistens. Und grad weil wir uns so gut kennen, sind wir halt mal auch ungehalten, braucht jemand mal fünf Minuten für sich oder rutscht einem mal eine ungewollte Bemerkung raus. Und ja, es ist absolut richtig, dem Kleinen mal für eine halbe Stunde das iPad in die Hand zu drücken („Mami, dörf ich iPad luege?“), wenn dafür die Erwachsenen Zeit für einen Apéro und ein Gespräch haben.

Adelboden ist ein toller Ort, ob nun mit oder ohne Kinder Zeit hier zu verbringen. Man kann so viele unterschiedliche Dinge unternehmen: Klettern, Wandern, Trottinettfahren, Schwimmen, Bowling spielen, Essen, Trinken… Ich mache fast das ganze Programm durch und trotzdem wüsste ich noch genug, was ich bei einem zweiten Besuch tun würde. Es sei euch also herzlichst empfohlen! Wie es allerdings im Winter ist, weiss ich nicht. Wenn ihr dazu Tipps habt, jederzeit gerne die Kommentarfunktion nutzen.

Rückreise
Ich fahre im Auto mit meinen Eltern und meinem Göttibueb von Adelboden nach Frutigen und nehme da den Zug zurück nach Zürich. In wenig mehr als zwei Stunden bin ich zurück in der Stadt.

Wetter
Die ganze Woche über ist es schön und meist mehr als 20 Grad warm. Am Freitag wird es kühler und am Nachmittag beginnt es zu regnen. Am Rückreisetag Samstag ist es windig bei kühlen 14 Grad.

 

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