Juni 2026 – Nach ruhigen Tagen in Arles geht es weiter an die Côte d’Azur: ein Festwochenende in Cannes, spektakuläre Panoramastrassen entlang der Route Napoléon, Berglandschaften, Seen und schliesslich über Annecy zurück nach Zürich. Der zweite Teil unserer Reise führt uns vom Glamour der Riviera bis in die französischen Alpen.
Arles–Cannes



Wir sind nicht ganz so früh dran, wie wir wollten. Andererseits können wir in Cannes eh erst ab 15 Uhr in unser Zimmer. Wir fahren zuerst auf der Autobahn via Aix-en-Provence nach Saint-Raphaël und ab da der Küste entlang. Spektakulär! Es gibt immer mal wieder kleine Ausbuchtungen, wo man rausfahren, parkieren und die Aussicht geniessen kann. Die sind an diesem Freitagnachmittag allerdings gut belegt. Kurz nach Saint-Raphaël fahren wir beim „Monument en hommage aux soldats du débarquement“ raus, parkieren gratis und picknicken am entsprechenden Strand, ein paar Meter zu Fuss. Die Einfahrt nach Cannes auf der Croisette ist dann schon einmal ein Erlebnis. Gross zum Schauen komme ich allerdings nicht, ist doch ziemlich was los auf der Strasse.
Cannes



Die Pagen des „Hôtel Martinez“ zucken nicht mit der Wimper, als sie unseren Fiat 600 zum Ausladen und Parkieren entgegennehmen. Sind sie doch sonst Maseratis und ähnlich Teures gewohnt. Wir beziehen unser schönes Zimmer, relaxen ein wenig und treffen unsere Freunde und die weiteren Gäste für ein erstes Kennenlernen beim Apéro, gefolgt von einem entspannten Abendessen im „Tredici“. Am nächsten Abend geht es dann mit einer tolle Party im Beach Club weiter. Ein rundum wunderschönes, gelungenes und doch entspanntes Festwochenende. Dazwischen bleibt uns genügend Zeit für Shopping – ja, abseits der Luxusmeilen gibt es auch Bezahlbares in kleinen hübschen Shops –, Spazieren und Entspannen. Was bleibt neben „sehen und gesehen werden“: Danke für eure Einladung und Grosszügigkeit, bella Cecilia und Dani. Und sahen wir nicht gut aus?



Cannes–Gap



Nach einem letzten gemeinsamen Brunch am Sonntag erhalten wir unseren Fiat zurück und freuen uns schon auf die spektakuläre Route Napoléon, welche uns heute von Cannes über Grasse, Castellane, Digne und Sisteron nach Gap führt und eine der bekanntesten Panoramastrassen Frankreichs ist. Bei Castellane geht’s in die Verdonschlucht entlang dem Lac de Chaudanne, hoch über die steile Bergstrecke und wieder runter an den Lac de Verdonne. Was für eine Aussicht! Später wechseln wir – weil wir doch schon etwas spät dran sind – auf die Autobahn. Und so zieht Sisteron mit seiner alles überragenden Zitadelle viel zu schnell an uns vorbei. Hier würde ich bei einem nächsten Mal auf alle Fälle rausfahren!
Gap



Viel gibt es hier am späten Sonntagnachmittag nicht zu sehen und zu erleben, ausser der Übertragung eines Fussball-WM-Spiels in einer der Bars. Wir übernachten für 110 Euro im „Mon Hotel à Gap“, 4 Place Frédéric Euzières. Mit seinen dunklen Gängen und den violett gestrichenen Zimmertüren erinnert es mich eher an ein einschlägiges Etablissement, die Zimmer sind aber ganz okay und auch sauber. Einen Parkplatz erwischen wir direkt vor dem Hotel, und weil Sonntag ist, kostet er bis zum nächsten Morgen auch nichts. Wir spazieren noch etwas durch den Ort und essen nachher gut asiatisch im „Nacoya“, 32 Rue Jean Eymar. Am nächsten Morgen wünschen wir uns, wir hätten doch das Frühstück mitgebucht, gibt es doch hier rund um das Hotel keine (offenen) Cafés. Also schnell rüber zum Intermarché für wenigstens ein paar Getränke.
Gap–Annecy



Weiter geht es auf der Route Napoléon und mit geplantem Zwischenstopp in Grenoble. Schon im Vorfeld habe ich mir den Ausflug mit der Téléphérique, eine der ersten Stadtseilbahnen, eingeweiht im Jahr 1934, hoch zum Fort de la Bastille rausgesucht. Für 9.80 Euro pro Person (hin und zurück) ist man in wenigen Minuten oben. Und das lohnt sich wirklich! Man hat eine irrsinnige Aussicht auf den Grossraum Grenoble und alle umliegenden Massive. Wieder unten spazieren wir noch etwas herum und essen im „Café de la Table Ronde“, 7 Place Saint-André, – umgeben von Einheimischen – einfach und gut zu Mittag, bevor wir uns für die letzten Kilometer heute wieder auf den Weg machen.
Annecy





Wir übernachten für 170 Euro (ohne Frühstück, dafür mit Parkplatz in gesichertem Bereich um die Ecke) im „Hôtel de Bonlieu“, 5 Rue de Bonlieu. Etwas in die Jahre gekommen, aber das Zimmer genügend gross und sauber. Wir spazieren zum See (diese Farbe!) und durch den Ort. Obwohl die Hauptsaison noch nicht begonnen hat und es ein ganz normaler Montag ist, sind schon sehr viele Menschen unterwegs. Für mich gar etwas überlaufen. Herzig zwar, aber ja, überlaufen. Wir essen im „Restaurant L’Etage“, 13 Rue du Pâquier ziemlich gut zu Abend und geniessen es, bei einem letzten Glas Wein in Frankreich, entspannt die Leute zu beobachten und über die vergangenen Tage zu reden.
Annecy–Zürich
Mit einem Coffee to go geht es am Dienstag auf das letzte und längste Stück unserer Reise: nach Hause nach Zürich. Das machen wir nun alles auf der Autobahn, halten zwischendurch für mehr Kaffee, Zwischenverpflegung und Benzin an zwei Raststätten. Wir kommen gut durch und gut in Zürich an. Nachdem wir unser Gepäck zuhause abgeladen haben, tanken wir ein letztes Mal voll und geben das Auto bei Sixt wieder ab. Keine Beanstandungen, von beiden Seiten.
Fazit
Eine sehr schöne Rundreise, die ich genauso wieder machen würde. Insgesamt vielleicht einen Übernachtungsort weniger. Sieben in dreizehn Tagen sind schon etwas viel und länger an einem Ort sein ist auch mal schön. Das Wetter war sehr gut: zu Beginn warm mit 20 bis 25 Grad und zum Ende hin sogar heiss mit 28 bis 30 Grad. Geregnet hat es eigentlich nur am ersten Tag im zweiten Teil der Fahrt richtig, danach gab es nur noch wenige kleine Schauer zwischendurch. Gelaufen sind wir insgesamt etwas über 80 Kilometer. Und was bleibt? 2100 Kilometer, sieben Übernachtungsorte, sehr viel gesehen, gegessen, getrunken und gelaufen – und ein paar Orte, an die ich gerne nochmals zurückkehren würde. Für dreizehn Tage ziemlich viel Frankreich.
Den ersten Teil der Reise verpasst? Hier kannst du ihn nachlesen.
