Asien, Die Reise 2017
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#20 – Rasenhügel in Gyeongju.

Heute fahren wir in zwei Stunden von Busan (Bujeon Station) nach Gyeongju. Die Zugtickets haben wir uns vor zwei Tagen direkt an der Station gekauft und das war gut so: der Zug von Korail mit seinen drei Wagen ist nämlich praktisch jederzeit vollständig belegt. Die Fahrt kostet 6600 Won pro Person (etwa 6 Franken) und ist kurzweilig, die Sitze sind bequem, der Zug schon etwas älter.

Die Gegend ist ziemlich trostlos. Würden wir hier ausgesetzt und jemand sagte: „Welcome to North Korea“, es würde mich nicht überraschen. Genauso stelle ich mir das nämlich vor. Was die hier an riesigen, schrecklichen Hochhäusern die Pampa stellen… da willst du nicht wohnen müssen!

Als wir am Bahnhof Gyeongju ankommen und ich einen Mitarbeiter nach einem Lift frage, winkt er uns nach hinten. Ich laufe und sehe immer noch keinen Lift. Kein Wunder, es gibt keinen. Er läuft mit uns über die Geleise, damit wir unsere Koffer nicht die Treppe runter und wieder hoch schleppen müssen. So unter Bähnlern halt 😉
Obwohl hier nicht so viele Menschen aussteigen und es auch nicht Dutzende von Touristen gibt, von den drei Taxifahrern will uns keiner zum Hotel bringen. Falsche Richtung, zu kurze Distanz…? Tja, wenn ihr unsere Won nicht wollt, wir können die zehn Minuten auch zu Fuss gehen.

Wir übernachten im „Inn Gyeongju Guest Hotel“. Unser Zimmer ist einfach, sauber und gross genug. Allerdings verhältnismässig teuer (100 Franken pro Nacht mit Frühstück). Aber es war echt nicht einfach, überhaupt noch ein Zimmer zu finden. Die meisten Angebote waren ein Bett in einem Männer- bzw. Frauenschlag und diese Erfahrung habe ich als Teenager im Skilager mehr als genug gemacht.

Mittlerweile ist es ziemlich kalt geworden und ich trage alles, was ich an Wärmendem im Koffer habe inklusive Handschuhen (der Mann sogar seine langen Unterhosen). Neben der Kälte (es ist zwischen 5 und 11 Grad) macht vor allem der fiese Wind zu schaffen.

    

So etwas habe ich noch nie, aber wirklich gar nie gesehen: Diese Rasenhügel sind Gräber von insgesamt 23 Königen und anderen wichtigen Persönlichkeiten aus dem Reich von Silla, also von vor Hunderten von Jahren. Das Ganze nennt sich Daereungwon und ist Teil des Unesco-Welterbes. Es ist strengstens verboten, die Hügel zu besteigen. Dies kann mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden.
Mittlerweile haben bei einigen Gräbern Ausgrabungen stattgefunden und man kann diese in Führungen auch besuchen, leider nicht an den Tagen, an welchen wir da sind.

         

Mit dem Bus fahren wir in 30 Minuten und für 1700 Won pro Person (CHF 1.60) raus zum buddhistischen Tempel Bulguksa (Weltkulturerbe). Ziemlich busy heute, ist ja auch Samstag. Das Gelände ist recht weitläufig, die Menschen verteilen sich und es gibt so vieles anzuschauen: Steinpagoden, vergoldete Buddhas, Treppenanlagen, Tempelhof… Die Eintrittskosten von 5000 Won pro Person lohnen sich allemal.

      

Wir sind – im Gegensatz zu unserem Buschauffeur – noch nicht müde oder gestresst vom Stau und sehen uns auf dem Weg zurück auch noch den Donggung Palast und Teich (Anapji) an. Ist jetzt nicht übermässig besonders, aber wenn wir schon mal hier sind und die 1500 Won (pro Person) reuen uns auch nicht. Ausserdem können wir von hier über den Wolseong-Park und das traditionelle Dörfchen Gyo-chon am Cheomseongdae-Observatorium – der ältesten erhaltenen Sternwarte in Ostasien – vorbei zurück in die Stadt laufen.

    

Viele ausländische Touristen verirren sich nicht in diesen Ort. An der Bushaltestelle kommen wir mit einem Pärchen ins Gespräch, welches im selben Hotel nächtigt wie wir. Sie kommen aus San Diego, er ursprünglich aus England. Sie hat an einem Ärztekongress in der Nähe von Seoul teilgenommen und nun sind sie gemeinsam noch ein paar Tage unterwegs.

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