Die Reise 2017
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#17 – Die Überraschung von Takamatsu.

Von Naoshima sind wir mit der Fähre in einer Stunde in Takamatsu. Bei schönstem Wetter geniessen wir auf dem Deck die Fahrt und den rundum schönen Ausblick.

Takamatsu
Es war war ziemlich schwierig, hier überhaupt noch ein bezahlbares und gut gelegenes Zimmer zu finden. Für vier Nächte sind wir nun im „Dormy Inn“, in einem kleinen, nicht hübschen Raucherzimmer, auf einer Raucheretage (170 Franken pro Nacht). Und nein, das ist auch als Raucherin nichts Wünschenswertes. Immerhin gibt es in der obersten Etage einen schönen Onsen mit Innen- und Aussenbecken, Waschmaschine und Trockner.

Das Tollste passiert uns am zweiten Abend in Takamatsu, als wir auf der Suche nach nicht-japanischem Essen in der 10. Etage des Warenhauses „Flag“ landen und in das „La Lanterna da Salvatore“ stolpern. Von der offenen Küche schallt uns ein fröhliches „Buona sera“ vom nicht-japanischen Chefkoch entgegen, woraufhin der Mann mit „Buona sera! È italiano?“ antwortet. Und das italienische Geplapper beginnt. Und endet mit einer Visitenkarte und der Mobilnummer „falls etwas ist“…
Wir essen an zwei Abenden sehr gut hier (vor allem die Antipasti: ein Traum!), der Chef ist nur ausnahmsweise für drei Tage da, um die Crew einzuarbeiten. Seine Geschichte kurz erzählt: Ursprünglich Pilot in der italienischen Armee, seit über 25 Jahren in Japan, mit einem japanischen Model verheiratet, vier Kinder, 14 Restaurants, drei Mal an einer japanischen Koch-Show im TV teilgenommen und gewonnen und noch immer glücklich hier. Wir unterhalten uns grossartig und am Ende des zweiten Abends sage ich zu Salvatore: „Du solltest ein Buch über deine Geschichte schreiben.“ Er: „Ich bin schon dran.“

Ausflüge, Ansehen

    

  • Ritsurin Garden: Gemäss eigenen Aussagen der grösste Landschaftsgarten Japans. Wunderschön ist er mit seinen Teichen, Bäumen und Gebäuden sowieso und man kann Stunden hier verbringen und trotzdem nicht zwei Mal den selben Weg laufen. Eintritt 410 Yen pro Person.

  

  • Mount Yashima: Mit dem Bus sind wir ab dem Bahnhof Yashima in etwa 20 Minuten oben (100 Yen pro Person). Da heute National Holiday (wussten wir vorher auch nicht) ist, hat es ein paar Leute. Die verteilen sich aber gut und wir können gut über die Anlage und an Tempeln, Statuen und dem Aquarium vorbei schlendern. Immer mit einem schönem Ausblick auf alle Seiten der Stadt.

    

  • Kotohira: Mit dem Zug in etwas weniger als einer Stunde und mit einem Mal umsteigen da. Nachdem wir vom Bahnhof her gemütlich durch den Ort geschlendert sind, müssen wir uns den Konpira-san Schrein (auch Kotohira-gü) dann aber hart erarbeiten: Es geht über 785 Steinstufen hoch! Machen wohl auch die Einheimischen um uns herum nicht alle Tage: alle sind wir etwas ausser Atem.

In den überdachten Arkaden von Takamatsu kann man grossartig alles mögliche von günstig bis teuer einkaufen und Zeit für eine Massage ist es auch mal wieder. Englisch spricht meine Masseurin zwar nicht, sie drückt mir aber einen Zettel in die Hand, auf welchem ich meine „Problemzonen“ und den gewünschten Druck angeben kann. Und genauso wird es dann auch gemacht… perfekt!

Hiroshima

    

In knapp zwei Stunden fahren wir mit dem Zug von Takamatsu nach Hiroshima, einmal umsteigen in Okayama. Der Teil über die Seto Ohashi Bridge ist ziemlich beeindruckend!
In Hiroshima waren wir auch schon vor zwei Jahren und an dem, was ich da über die Stadt und ihre Geschichte geschrieben habe, hat sich nichts geändert.

          

Wir kamen damals nicht mehr dazu, nach Miyajima zu fahren, weshalb wir das nun nachgeholt haben. Von unserem Hotel „Sunroute“ (nichts besonderes, aber in guter Lage und preiswert) sind es nur ein paar Meter zum Pier von Aqua-net am Peace Memorial Park. Mit 3600 Yen pro Person bestimmt nicht der günstigste Anbieter (Anreise mit Tram und Fähre wäre weniger), aber sehr angenehm, da ein kleines und schnelles Boot (45 Minuten pro Fahrt). Neben unserem Boot stehen bei der Ankunft etwa vier Fähren, es ist also ziemlich überlaufen hier. Nachdem wir uns den Itsukushima-Schrein und das Torii von nahem angesehen haben, nehmen wir die Seilbahn hoch zum Mount Misen (1000 Yen pro Person). Leider ist es etwas verhangen, ansonsten wäre die Aussicht super! Wir nehmen den Fussweg zurück ins Städtli. Der Weg ist sehr gut präpariert, einzig die Warnschilder „Vorsicht, giftige Schlangen!“ lassen uns etwas schneller laufen – und den Mann einen Holzstock zur Hand nehmen.

Zum Znacht gehen wir erneut ins „Nagata-ya“, welches gemäss TripAdvisor mittlerweile die Nummer zwei aller Restaurants hier ist und meines Erachtens die besten Okonomiyaki macht – eine Art Omelette mit Nudeln, Ei, Gemüse, Fleisch oder was man gerade mag, gebraten auf einer heissen Eisenplatte. Das erklärt auch die Schlange am Eingang, als wir um 18.30 Uhr dort ankommen. Aber wie üblich hält man sich hier nicht sehr lange mit essen auf, was in unserem Fall eine Wartezeit von etwa 30 Minuten bedeutet. Und das Warten hat sich einmal mehr gelohnt…

Wetter
Vorwiegend Sonne und blauer Himmel, einmal etwas bedeckt. Zwischen 17 und 21 Grad.

1 Kommentare

  1. Myriam sagt

    Liebe Eliane, merci für die tolle Nummer #17. Als Fan von Bella Italia (Will heissen: Des Schönen an Italien) finde ich die Salvatore-Story natürlich besonders unterhaltsam. Noch was: Herzliche Grüsse an den Mann. Freude herrscht🎊 Er lächelt immer noch nicht oft, ABER IMMER ÖFTER😃😃😃

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