Europa, Reisen, Unterwegs
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A für Athen, Akropolis und Aegina.

März 2017 – Zurück aus Amsterdam und nach einem Tag in Zürich reise ich mit dem Mann direkt weiter nach Athen. Fünf Tage bei frühlingshaftem Wetter in einer Stadt, in der ich noch nie war: perfekte Aussichten!

Warum Athen, wurde ich des öfteren gefragt. Darauf könnte ich natürlich antworten: warum nicht? Es ist aber so, dass der Mann vor 17 Jahren beim Studium in England Maria und ihren Freund (heute Mann) Panos kennengelernt und den Kontakt aufrecht erhalten hat. Sie haben uns eingeladen und so sind wir hier.

Reise
Hinflug mit der griechischen Nationalflotte Aegan, wo sogar ein richtiges Mittagessen serviert wird. Rückflug mit Swiss. Dauer je circa 2 Stunden 40 Minuten, Kosten pro Person 200 Franken.

Unterkunft
Ein Apartment mitten im Wohngebiet (Harmony Athens Residence, Petridou 27) und nahe der U-Bahn Station Agios Eleftherios gelegen, ein paar Stationen vom Zentrum und nur eine Station von unseren Freunden entfernt. Touristen gibt es hier ausser uns fast keine und man sieht den Menschen an, dass sie nicht viel haben: die Kleider, die sie tragen sind nicht neu und modern, sondern schon jahrelang im Einsatz. Die alten Männer tragen aber am Wochenende im Café alle ihre Anzüge und sind einwandfrei rasiert und frisiert.

    

Essen
Wie uns unsere Gastgeber sagen, kann man hier eigentlich überall essen gehen und es ist gut. Sie haben recht.

  • „Hotel Grande Bretagne“, 1 Vasileos Georgiou, Syntagma Square: Ein Fünf-Stern-Hotel mit einer Terrasse – auf welche man auch in Turnschuhen und als Nicht-Gast darf – und grossartigem Ausblick auf die Akropolis. An unserem letzten Abend essen wir hier im (auch am Samstagabend nur halbbesetzten) Restaurant. Vorspeise, Hauptgang, Wein… alles sehr gut! Und aufmerksame Bedienung.
  • „Krasopoulio Tou Kokkora“, Esopou 4: Nach der Parade zum Nationalfeiertag gehen wir hier Mittag essen. Etwa um 15 Uhr, was hier eher üblich ist (wie auch, dass wir um 21 Uhr an der U-Bahn-Station zum Znacht abgeholt werden). Es wird so viel bestellt, dass der ganze Tisch voll mit Tellern ist (jeder isst von jedem) und wir danach mehr als satt sind.
  • „Tzitzikas & Mergimas“, Mitropoleus 12-14: In diesem gut besuchten Restaurant ergattern wir an einem Mittag einen der begehrten Tische. Viele Einheimische. Mein griechischer Salat ist gross und gut, der Mann schwärmt von seinem wunderbar marinierten Pouletbrüstli mit Kartoffelschnitzen. Das Besteck nimmt man sich aus der Schublade. Und das Dessert wird für einmal in flüssiger (und selbstverständlich alkoholischer) Form offeriert.
  • „A for Athens“, 2-4 Miaouli: Perfekte Aussicht auf den Monastiraki Platz, wo Tag und Nacht was los ist und die Akropolis, welche auch beleuchtet wunderschön zur Geltung kommt. Bedienung sehr aufmerksam und freundlich, Drinks Eigenkreationen und sehr lecker. Hier zeigt sich auch sehr deutlich, wie streng das Rauchverbot angewendet wird (unser Reiseführer schreibt: „Überall strengstens verboten!“): Es gibt zwar die entsprechenden Kleber an den Wänden, aber sobald wir sitzen, wird uns ein Aschenbecher hingestellt und alle rauchen.
  • Akroplismuseum: Das direkt unterhalb der Akropolis gelegene, im Jahr 2009 eröffnete Museum ist sehr modern und lockt mit einer schönen Terrasse mit Blick auf die Akropolis. Um da hoch zu kommen, muss man am Billettschalter ein Gratisticket beziehen, welches einem Zugang via Lift verschafft. Wir essen hier gut und günstig zu Mittag, für den Besuch im Museum bleibt heute leider keine Zeit. Und ja, wir schaffen es auch in den restlichen Tagen nicht mehr zurück.
  • Die Griechen stehen total auf Süssigkeiten: Bäckereien mit Dutzenden von verschiedenen Patisserien gibt es zuhauf und aus jeder riecht es noch verführerischer. Hier zeigt sich die Feinheit der griechischen Küche.

 

Ansehen, Ausflüge
Viele Sehenswürdigkeiten schliessen um 15 Uhr. Und nein, sie machen nicht nur zwei, drei Stunden Mittagspause und öffnen später wieder. Nein, die Gewerkschaft hat akzeptable Arbeitszeiten für ihre Mitglieder ausgehandelt. Dass das nicht ganz mit dem Interesse der Touristen übereinstimmt und wohl auch nur dazu führt, dass eine Menge Leute Zweitjobs haben… egal.
Da sich viele der Anlagen inmitten von schönen Parks mit Wiesen und Bäumen befinden, riecht es eigentlich nie nach Abgasen, sondern häufig nach frisch gemähtem Gras. Und das in dieser riesigen Stadt! Eine Wohltat…

    

  • Akropolis: Wir kaufen ein Spezialticket für 30 Euro pro Person, welches uns für fünf Sehenswürdigkeiten (Akropolis, Griechische Agora und Museum, Kerameikos mit Museum, Hadrians Bibliothek, Olympieion, Römische Agora) Eintritt verschafft. Die Bauten und das Gelände sind schon sehr eindrucksvoll, aber auch die Aussicht über diese riesige Stadt (670’000 Einwohner). Grossartig!
  • Panathinaiko-Stadion: Das Olympiastadion der ersten olympischen Spiele der Neuzeit im Jahr 1896 (5 Euro pro Person inklusive Audio-Guide). Es ist einfach eindrucksvoll hier herumzulaufen und das Ganze auf sich wirken zu lassen. Über den Sportlereingang gelangt man noch zu einem kleinen Ausstellungsraum im Innern, in welchem viele der offiziellen Plakate hängen sowie ein kurzer Film gezeigt wird.
  • Nationalfeiertag 25. März: Dieser wird mit einer grossen und doch einigermassen beeindruckenden Parade gefeiert. Panzer, Fahrzeuge mit Raketenabwehr, Helikopter, Motorräder und Truppen. Sogar die Taucher sind dabei. Und ja, im Tauchanzug und mit Sauerstoffflaschen. Immerhin die Flossen dürfen sie tragen.
  • Lykavittos: Wir fahren mit der Standseilbahn hoch (5 Euro pro Person) und geniessen ein weiteres Mal die Aussicht über die Stadt. Und auf die Akropolis. Es lohnt sich, nicht mit der Bahn wieder runter zu fahren, sondern den Fussweg durch Kakteen und Olivenbäume zu nehmen.

    

  • Insel Aegina: Mit der Metro bis zur Endstation Piraeus und von da mit dem Speedboat (28 Euro pro Person hin und zurück) in 40 Minuten rüber auf die Insel. Wir wollen – wie in unserem minimalistischen Reiseführer empfohlen – zum Tempel Aphaia. Auf unserer Map sieht das ziemlich nah gelegen aus und wir laufen einfach mal los und den Hügel hoch. Uns kommt es komisch vor, dass wir den Tempel noch nicht sehen können und fragen beim Mineralwasserkauf in einem Shop nach. Die Antwort: Abgesehen davon, dass der Tempel etwa 16 Kilometer weit weg und es doch ziemlich heiss sei, würden wir auf dem Weg wohl auch noch von „den verrückten Locals“ angefahren werden. Wir kehren also um und besichtigen die Archäologische Stätte Kolonna mit ihrem kleinen Museum, welches Hunderte von Jahren alte Gegenstände aus dieser Siedlung zeigt.
  • Shopping: Kommt nicht übermässig zum Zug hier, andere Dinge sind interessanter. In den Kilo-Shop, Ermou 120, muss ich dann aber doch rein und finde auch zwei Teile. Mit mehr Zeit bestimmt noch mehr, aber der Mann wartet draussen.

      

War es die Reise wert? Auf alle Fälle! Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und die Stadt bietet viel Sehenswertes. Und wenn man an alten Steinen und Geschichte interessiert ist, entdeckt man auch beim zweiten oder dritten Besuch noch ganz viel Neues. Gewöhnungsbedürftig sind die Warnungen bezüglich Diebstählen und die vielen Bettler, die uns bei jeder Fahrt in der U-Bahn begleiten.
Unser Besuch war aber vor allem deswegen so toll, weil wir Maria und ihre Familie als Gesprächspartner und grossartige Gastgeber hatten. Wir haben uns über Flüchtlinge, Wirtschaftskrise und das Leben unterhalten, wurden bekocht, zum Essen aus- und in der Stadt herumgeführt. Eine Stadt gewinnt einfach enorm, wenn man Kontakt zu Einheimischen hat.

Wetter
Jeden Tag Sonne und wolkenloser, blauer Himmel bei 22 bis 25 Grad.

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