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Gratwanderung im Glarnerland: Hoch auf den Planggenstock.

August 2019 – Wir haben in diesem Jahr schon so einige Wanderungen unternommen. Viele waren toll, aber nicht immer einen Bericht in meinem Blog wert. Hier ist aber mal wieder eine, die ich mit euch teilen will und für die kommenden Herbsttage absolut empfehlen kann.

Am Samstagmorgen nehmen wir die S25 von Zürich nach Ziegelbrücke. Leider sind wir nicht die einzigen, neben den üblichen Wanderern und Bikern kommen heute nämlich noch zusätzlich die Besucher des Ziger Meet. Zigerwas?! Ja, ging mir ähnlich. Das ist eine Flugshow, welche alle paar Jahre in Mollis stattfindet und an den zwei Tagen um die 30’000 Besucher anzieht. Frühzeitig auf dem Perron zu sein, zahlt sich aus: wir finden in der 1. Klasse grad noch so drei Plätze, bevor schnell jeder Platz besetzt ist und die Menschen im Eingang und in den Gängen stehen müssen.

Mein Vater begleitet uns heute nicht, er macht mit einem befreundeten Pärchen die tolle Kärpfwanderung von Mettmen nach Elm. Trottinett-Talabfahrt inklusive.

Entspannt sind wir erst, als wir in Ziegelbrücke aussteigen und mit dem Bus in wenigen Minuten zur Talstation der Luftseilbahn Niederurnen–Morgenholz fahren. Wir sind zu siebt und füllen damit direkt das nächste Bähnli. Retour kostet für Erwachsene 18 Franken, die Fahrt dauert rund 10 Minuten und bietet schon mal einen schönen Blick ins Tal und auf den Walensee. Die Bahn ist ganzjährig in Betrieb und wird nur von schlechtem Wetter vom Fahren abgehalten.

Wir starten bequem taleinwärts entlang dem plätschernden Bach bis zur Alp Bodenberg. Hier lassen wir dann auch das letzte bisschen Asphalt hinter uns und biegen in ein schmales Weglein ein, welches zu den Planggböden führt. Von hier an wird es nur noch steiler und der Bergwanderweg macht seinem Namen alle Ehre.

   

Nach einem letzten Effort gelangen wir zum Planggenstock, welcher auf 1675 M.ü.M. liegt und eine grossartige Aussicht auf Zürichsee, Linthebene, Walensee und die Glarner Alpen bietet. Dafür lohnt sich jede Anstrengung! Hier oben treffen wir dann auch auf ein paar wenige andere Wanderer und essen Zmittag aus dem Rucksack (die kalten Wienerli im Teig von gestern Abend schmecken in dieser Umgebung gleich noch besser). Für den Abstieg wählen wir nicht den Gratwanderweg mit Drahtseilstelle über das Hirzli und den Schwinfärch, sondern die etwas einfachere Variante über Muesalp und Blockhütten-Grill-Spiel-Platz Mettmen zurück nach Morgenholz. Der erste Teil ist zwar auch eine Gratwanderung, aber mit nur wenig exponierten Stellen. Aufzupassen gilt es natürlich trotzdem.

Im Bergrestaurant Hirzli in Bodenberg könnte man sich nach den Strapazen mit einer Ovi oder einem Bier belohnen, wir machen uns stattdessen zügig auf den Rückweg, um nicht in den erwarteten Flugshow-Rückreiseverkehr zu geraten. Klappt.

Fakten
Wir benötigen für die etwas mehr als 10 Kilometer knappe 4 Stunden. Es geht 790 Meter hoch, 790 Meter runter. Das Wetter ist eigentlich gar nicht mal so gut, aber perfekt zum Wandern und die Sicht trotz Wolken überraschend gut. Da der grösste Teil der Wanderung ungeschützt verläuft, ist zu heisses Wetter nicht optimal. Auch bei Nässe würde ich auf eine Begehung verzichten. Für einen schönen, trockenen Herbsttag ist es aber genau das Richtige.

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