Amerika, Die Reise 2017, Kanada
Kommentare 2

#12 – Vancouver: Eine Stadt der Gegensätze.

Das Auto ohne Probleme am Flughafen von Vancouver abgegeben und mit der Canada Line rund 25 Minuten in die Stadt „Yaletown/Roundhouse Station“ gefahren. Da Wochenende ist, gibt es den Spezialpreis von $ 7.85 ($ 2.85 für eine Zone + $ 5 Airport AddFare) pro Person. Für die Rückfahrt bezahlt man die AddFare übrigens nicht mehr.

    

Ich habe eine Wohnung im Distrikt Yaletown gebucht und natürlich wieder über Airbnb. Die Mieter lassen sich vom Kleber „No Airbnb“ am Haupteingang wohl nicht beeindrucken. Die neun Nächte kosten uns 1150 Franken und die Wohnung ist jeden Franken wert: Sie liegt im 27. Stock und hat eine fantastische Aussicht auf den False Creek! Sie verfügt über eine gut ausgerüstete Küche, schöne Wohnräume und Waschmaschine/Trockner (sehr wichtig, wenn man länger aus dem Koffer lebt). Ausserdem gibt es einen Pool im Haus, und der ist genug lang, um richtig schwimmen zu können. Interessanterweise bin ich immer alleine, was dann abends auch wieder etwas spooky ist…

Essen, Trinken

  • „Tacofino“, 15 W Cordova Street: Es gibt mehrere Läden in der Stadt, wir waren an diesem Mittag zufällig hier. Und es schmeckte einfach grossartig! Die Tacos kosten 6 und 7 Dollar und ich hatte drei verschiedene (sie sind eher klein und so kommt man auch dazu, unterschiedliche zu probieren).
  • „Santouka“, 1690 Robson Street: Sehr gutes Ramen-Restaurant, allerdings wird jede Brühe in der Basis mit Schweinefleisch zubereitet, Poulet oder Kalbfleisch gibt es sowieso in keinem Menü, bizeli Fischsachen noch und Vegi. Just to let you know…
  • „Viethouse“, 3420 Cambie Street: Erst vor kurzem eröffnet, gibt es diesem herzigen, kleinen Lokal gutes vietnamesisches Essen und sehr freundliche Gastgeber. Direkt nebenan ist ein Kino und bis um den Block stehen an diesem Mittag die Leute an. Ich frage beim Ticketschalter nach, was denn der Grund ist. Antwort: Ein Anime-Film, der nur in diesem Kino läuft und die Menschen darum von überall her anreisen. Ach so…
  • „Simply Thai“, 1211 Hamilton Street: Bei uns um die Ecke und erst noch sehr gut. Im Schaukasten hängt neben verschiedenen Zeitungskritiken auch ein Foto von Tom Cruise, welcher mit Take-Away-Tüten aus dem Laden läuft. Im Arm Suri, hinter ihm Katie. Der Besuch dürfte also schon ein paar Tage her sein 😉
  • Lebensmittel für Frühstück und (meist) Abendessen kaufen wir im nahegelegenen „Choices Markets“ (über die ganze Stadt verteilt gibt es mehrere Filialen): Früchte, Gemüse, eine bediente Theke mit bereits Gekochtem sowie Salaten und Fleischwaren, Organic Food… Alkohol muss man wie in Kanada üblich im Liquor Store kaufen.

Ansehen, Ausflüge

„Vancouver Art Gallery“, 750 Hornby Street: Im Oktober sind die Tickets um 25% reduziert, vor Ort merken wir dann auch, warum. In zwei der vier Etagen werden grad neue Ausstellungen aufgebaut, kein Zugang möglich. Die zwei anderen Bereiche mit Emily Carr’s „Into the forest“ und „Two views On Contemporary Canadian Painting“ sind somit etwas schnell gesehen und auch eher durchschnittlich. Der Lunch im „Gallery Café“ wiederum ist preiswert und wirklich gut.

Einen Eishockeymatch der Vancouver Canucks in der Rogers Arena anschauen. Hat echt Spass gemacht mit diesem ganzen Drumherum und das Stadion ist auch wirklich eindrücklich. Gut, die Qualität des Spiels war jetzt nicht übermässig, aber eben auch ein wenig zweitrangig…

 

„Granville Island“ mit Public Market und Net Loft: Wir fahren mit dem Aquabus in rund fünf Minuten rüber ($ 4.50 pro Person). Was im Reiseführer steht, bestätigt sich: es sind sehr viele Menschen hier. Trotzdem verteilt es sich gut und auf die Qualität der (Ess-)Waren hat dies keinen Einfluss. Wir kaufen Picknick für den Lunch und Pasta und Gemüse fürs Nachtessen ein. Und alles schmeckt sehr gut!

      

  • Am Hafen bei „Reckless“, Davie Street 110, ein Velo mieten (kostet pro Bike und 4 Stunden $ 34.50) und entlang den Stränden und in/um den Stanley Park fahren. Da zu sehen unter anderem die Figur „Girl in a Wetsuit“ von Elke Imredy sowie die Totempfähle. Rad- und Fussgängerwege liegen meist nebeneinander und sind sowohl breit genug als auch gut gekennzeichnet. Und praktisch alle bleiben auf ihren Wegen, ansonsten klingeln die Einheimischen die Touristen gern mal zur Seite. Ich hatte riesig Spass, mich mal wieder auf Rädern durch eine Stadt zu bewegen!

Shopping
Geht problemlos und über Stunden, ach was, Tage…! In verschiedenen Quartieren und in verschiedensten Strassen. Meine Empfehlungen:

      

  • „Six Hundred Four“, 101-123 Cambie Street: Den Laden finde ich wirklich, wirklich cool! Zuerst erhält ein Künstler den Auftrag, ein Werk zu gestalten, aus welchem dann wiederum 604 Paar Schuhe designt und produziert werden.
  • „The Latest Scoop“, 159 Water Street (und weitere Adressen in Vancouver): Schöne Mode, Accessoires, Möbel, Deko…
  • „The Block“, 350 W Cordova Street: Sowas von mein Laden! Tolle Kleider und Pullover, leider auch etwas teurer.
  • Buchhandlungen wie „The Paper Hound Bookshop“, 155 W Pender Street oder „MacLeod’s Books“, 455 W Pender Street. Diese sind sehr gut besucht und noch besser ausgestattet.

    

  • Main Street, zwischen E 28. und 20. Avenue, im Reiseführer auch „Hipster Stroll“ genannt, was in diesem Fall (noch) etwas übertrieben ist. Neben Kleider-, Möbel-, Pflanzen- und Schnickschnackläden auch Cafés, Restaurants und Frisöre. Besonders gefallen haben mir „Woo Vintage Clothing“, 4393 Main Street und „Balance Botanicals“, 4241 Main Street (wie das nach Kräutern gerochen hat, mhh…). Der Mann fand sein Glück im „Pulp Fiction Books“, 2422 Main Street.
  • Und sollte sich jemand den grauen Ansatz färben oder ein übles Orange korrigieren lassen müssen, dem sei Debra vom „is. salon“, 1260 Hamilton Street empfohlen.

          

Mir hat Vancouver recht gut gefallen, auch wenn die Stadt meinem kanadischen Liebling Toronto wohl nie das Wasser reichen kann (das Multikulturelle und Beschwingt-Entspannte fehlt einfach). Man hat so den Eindruck, dass Vancouver mehr eine Stadt für ihre Einwohner ist als für die Besucher (grundsätzlich ja auch der Sinn und Zweck einer Stadt). Ich hätte mir einfach noch ein paar kulturelle Venues mehr gewünscht. Vancouver bietet grossartige Aus- und Ansichten, aber ich finde in der Stadt überall dieselben 12 Postkarten und die scheinen noch aus den 80er-Jahren zu stammen. Das ist übrigens ein Versäumnis, welches sich in ganz Kanada findet.
Es gibt in der Tat sehr viele Chinesen hier, aber bei der Grösse der Stadt verteilt sich das auch. Mir scheint die Bevölkerung jedoch eher nebeneinander her zu leben, vielleicht ist das aber auch eine Generationenfrage und das wird sich noch geben.
Es gibt recht viele Bettler, Obdachlose und Drogenabhängige hier. So richtig bewusst wird mir das, als wir nach dem Mittagessen im Tacofino (Gastown) weiterlaufen und in die East Hastings einbiegen, in einen der grössten Drogenslums Nordamerikas, wie auch dieser Artikel (allerdings aus 2015) beschreibt.

Wetter
Durchzogen. Wie es halt so ist, wenn man über mehrere Tage am selben Ort ist. Sonne, Regen, Wolken, Wind… und das alles zwischen 10 und 16 Grad.

 

2 Kommentare

  1. Myriam sagt

    Liebe Eliane

    Immer wieder ein besonderes Vergnügen, Deiner leichten Feder zu folgen. Vielen lieben Dank. ❤️

    Aufgefallen Nr. 1:
    What happened? Ich wurde beinahe geblendet. Der Mann hat bei den Vancouver Canucks tatsächlich die Zähne blitzen lassen. 🙂

    Aufgefallen Nr. 2:
    Ein Buchladen namens Pulp Fiction finde ich am Rande Deiner vielen tollen Empfehlungen recht cool. Zu Debras kapillaren Regenbogenkunst: Merci tuusig, doch die orange Gefahr hat meine Mähne gottlob nie gefürchtet:-)

    Ich freu mich schon auf #13.

    Alles Liebe, auch dem Mann👍
    myriam

    • Liebe Myriam
      Danke dir fürs Lesen und Kommentieren. Der Mann lacht über Nr. 1 und auch sonst ab und zu und mich jetzt wegen Nr. 2 nicht mehr aus. 😉
      Liebe Grüsse von uns beiden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.