Amerika, Die Reise 2017, Kanada
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#10 – Roadtrip durch Kanadas Westen, Teil 2.

Und so sind wir nun also mit dem Auto unterwegs. Wir haben alle Hotels (nicht sehr weit) im Voraus via booking.com gebucht. Teilweise gab es wirklich nicht mehr viel Auswahl und wir mussten unsere Planung aufgrund der Verfügbarkeiten leicht anpassen. Wie der Mann im Vorfeld herausgefunden hat, gibt es heuer aufgrund des 150-Jahr-Jubiläums von Kanada den Nationalpark-Pass gratis. Jippieh!

Auch wenn die kanadischen Rocky Mountains Berge bieten, so weit das Auge reicht, langweilig wird es nie. Nach jeder Kurve eröffnet sich ein neuer Blickwinkel auf ein neues Panorama. Und diese Weite…! Ich bin immer wieder beeindruckt und kann mich kaum satt sehen.
Wir fahren hier eine typische Touristenroute, was von den Einheimischen auch etwas belächelt wird. Vor allem sind wir mehrheitlich und in Massen umgeben von Asiaten, europäische Gesichter und Sprachen sind seltener.

Calgary–Banff

    

Unterwegs
Überall, wo man nach Wanderungen fragt, heisst es „Vorsicht vor Bären“! Das Booklet mit Verhaltensregeln gibt es obendrein, der Bärenspray geht für 40 $ über den Kassentisch und funktioniert wohl ähnlich wie Pfefferspray. Und nein, Glöggli helfen nicht und nein, man will im Wald wirklich keinem begegnen.

  • „Banff Gondola“: Wenige Kilometer ausserhalb von Banff fahren wir zum Sulphur Mountain hoch. Aufgrund des Preises (65 $ pro Person und einer Präsenzzeit von maximal 1.5 Stunden) lohnt es sich zu überlegen, ob man nicht doch eher hochwandern möchte (5.5 Kilometer, 700 Meter). Wir sind heute zu faul, immerhin laufen wir die vier Kilometer von der Talstation ins Städtli zurück. Oben angekommen werden wir mit einer tollen Aussicht und einem Boardwalk belohnt. Wandern kann man von hier aus nicht weiter.
  • „Hoodoos Trail“: Eine Rundwanderung, welche wir mit einem anderen Weg zurück nach Banff kombinieren (ca. 9 Kilometer). Sehr schön, wir treffen nur wenig andere Wanderer. Was uns in der Schweiz freut, lässt uns hier aufgrund der Bärenwarnung etwas vorsichtiger laufen. Wir beherzigen auch den Tipp, laut zu sprechen. Thema? Egal! Irgendwann erzählen wir uns sogar, welche Kleidungsstücke wir noch waschen müssten.

Übernachtung und Essen
Drei Nächte im „Irwin’s Mountain Inn“, 429 Banff Avenue (Kosten pro Nacht/Zimmer CHF 230 ohne Essen). Schön grosses Zimmer mit zwei Queensize-Betten. Und ganz im Ernst, es ist zwischendurch auch einfach mal wieder schön, ein Bett für sich ganz allein zu haben…
Die Stadt ist einigermassen überlaufen, aber trotzdem lässig. Wie mein Lieblingsdavos nur in schöner. Über mehr als vier bis fünf Etagen verfügt hier wohl kein Haus, alles passt architektonisch zusammen. Die Main Street ist voller kleiner Läden, Bars und Restaurants. Wir essen drei Mal wirklich gut an folgenden Orten zu Abend:

  • „St. James’s Gate“, Olde Irish Pub. Wir wollen erst nur an der Bar was trinken, bleiben aber hängen.
  • „Coyotes“: Ein Tipp der Verkäuferin im Le Creuset-Shop in Calgary (und nein, der Mann hat keine neue Pfanne gekauft, aber er ringt immer noch mit sich). Und der Burrito und die Pasta sind wirklich hervorragend.
  • „Pacini“ im sehr schönen Moose Hotel: Zwischendurch muss es einfach mal wieder ein Pizza sein…

Banff–Jasper

    

Unterwegs

  • „Peyto Lake“: Hübscher Bergsee, und dieses Türkis… Leider kommt grad eine Busladung Chinesen an, weshalb wir nicht so viel Zeit haben, ihn in Ruhe betrachten zu können.
  • „Parker Ridge“: muss man sich verdienen (ca. 2.5 Kilometer und 250 Meter), lohnt sich aber sowas von. Tolle Bergsicht und dieser Gletscher, beeindruckend!
  • „Athabasca Falls“: Nicht sehr hoher Wasserfall, aber mit seiner über viele Jahre entstandenen Schlucht und dem See doch recht eindrücklich.

    

  • „Discovery Trail“: 8 Kilometer rund um die Stadt Jasper. Wir können direkt vom Hotel reinstechen. Lockeres Einlaufen.
  • „Lake Maligne“: Knapp 50 Kilometer von Jasper gelegen, kommt man mit dem Auto aber gut hin. Die Bootstour (ca. 1.5 Stunden für 65 $ pro Person) machen wir nicht, aber den etwa 3 Kilometer langen Mary Schaffer Loop. Ein kurzer Teil entlang dem See, zwei Drittel durch den Wald über teilweise Schnee. Ist okay, aber nichts besonderes.
  • „Patricia Lake“ und „Pyramid Lake“: Ein Tipp der Schweizer Familie, die wir am Tag zuvor noch in unserem Hotel getroffen haben. Und tatsächlich, ein wenig ausserhalb von Jasper gelegen, lohnt sich ein kurzer Abstecher zu diesen schönen Seen absolut. Einen Elch sehen wir auf dem Rückweg auch noch entlang der Strasse laufen.

Übernachtung und Essen
Drei Nächte im „Sawridge Inn & Conference Centre“, 76 Connaught Drive (Kosten pro Nacht/Zimmer CHF 230 ohne Essen). Auch hier ein grosses Zimmer mit zwei Betten. Das Hotel selber ist architektonisch etwas speziell: Entlang den Seiten sind die Zimmer über zwei Etagen verteilt, im offenen Innenraum finden sich das offizielle Restaurant (es gibt noch eine Bar, welche eine andere Menükarte hat und sehr beliebt ist) und der Pool. Ich gönne mir zwischendurch im Hotel-Spa mal noch eine 90-minütige Massage. Sehr zu empfehlen!
Wir essen abends zwei Mal in der Hotelbar, was völlig okay ist und ein Mal im koreanischen „Kimchi House“, voll lecker. Zum Lunch sind wir auch mal noch auf der Terrasse des „Earls“, das bei fast 20 Grad machen zu können ist eigentlich noch fast besser als das Essen an sich.

Jasper–Emerald Lake

        

Unterwegs

  • „Sunwapta Falls“: Kurzer Marsch vom Parkplatz, belohnt mit der Sicht und der Gischt des 18 Meter hohen Wasserfalls.
  • „Athabasca Glacier“, Icefields Parkway: Vom Parkplatz in einem kurzen Spaziergang ein paar Meter hoch zu erreichen. Man kann hier auch geführte Touren machen oder mit dem Snowcoach auf das Eis fahren. Ich finde, sich das kurz anzusehen, reicht.
  • Spaziergang (5 Kilometer) um den Emerald Lake.
  • „Lake Louise“: Der türkisfarbene See mit den darum liegenden Bergen ist sehr schön. Leider denken das ganz viel andere Touristen auch. Der Ort selber gibt – zu unserer Überraschung – gar nichts her: Parkplatz, Touri-Info, ein paar Shops und ein ausgeklügeltes Shuttle-System zwischen den verschiedenen Orten. Und wir haben uns einen mondänen Skiort vorgestellt…
  • „Takakkaw Falls“, Joho Nationalpark: Mit einer Höhe von 380 Meter der zweithöchste Wasserfall im Westen Kanadas. Mit den flankierenden Bergen und dem abfliessenden Fluss absolut ein Abstecher wert.

Übernachtung und Essen
Drei Nächte in der „Emerald Lake Lodge“, 1 Emerald Lake Road (Kosten pro Nacht/Zimmer CHF 310 ohne Essen, dafür mit gratis Wasserflaschen, weil jenes aus dem Wasserhahn nicht trinkbar ist). Diese Anlage ist vor so einiger Zeit entstanden und die Lage ist grossartig, vom Balkon mit Blick über den schönen türkisfarbenen See! Das Haupthaus wurde wohl auch mal noch etwas modernisiert, die Chalets mit jeweils zwei Zimmern auf zwei Etagen sind heimelig (jedes mit einem eigenen Cheminée), aber schon etwas veraltet. Alles ist sehr ringhörig, kein TV, Kühlschrank oder Wifi (gibt es nur im Haupthaus, was grundsätzlich nicht schlimm ist). Aufgrund der Lage kann man, was Essen anbelangt, nicht ausweichen und isst zwangsläufig im hoteleigenen Restaurant oder der Bar. Die Küche ist soweit auch ganz in Ordnung, aber irgendwann hat man es dann auch gesehen… Das zwölf Kilometer entfernte Field ist leider keine Alternative: Der Ort besteht aus ein paar wenigen (Ferien-)Häusern und einem Hotel mit Restaurant.
Als übernachtender Gast parkiert man rund zwei Kilometer vom Hotel entfernt und lässt sich mit dem Shuttle-Bus abholen (24/7). Preis-Leistungsverhältnis insgesamt? Leider nicht erfüllt. Vielleicht sieht man das aber anders, wenn man nur eine Nacht bleibt.

Wetter
Ach, was haben wir Glück… Die Temperaturen schwanken zwar zwischen 10 und 19 Grad (und in Lake Louise schneit es sogar mal ein wenig), aber meist scheint die Sonne. Und diese lässt die Wälder so richtig bunt leuchten, quasi Indian Summer.

4 Kommentare

  1. Ich war vor zirka 20 Jahren!!!!! in dieser Gegend unterwegs. Wenn ich das lese kommt mir wieder ganz viel in den Sinn. Schön wars und deinen Bildern und Beschreibungen nach ist es das immer noch. Viel Spass weiterhin, cs

    • Es war damals wahrscheinlich noch etwas ruhiger auf den Strassen und in den Orten, genauso schön ist es aber bestimmt immer noch! Danke dir und liebe Grüsse, Eliane.

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