Die Reise 2017, Europa, Grossbritannien, Nordirland
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#4 – Coastal Causeway: Entlang der Strände Nordirlands.

August 2017 – Vor uns liegt eine sechstätige Wanderung, welche wir über Hillwalk Tours gebucht haben (Spezialist für Wanderferien in Grossbritanien und Irland). Wobei es eigentlich ja nur vier Tage Wandern sind, denn An- und Abreisetag sind vom Veranstalter auch miteingerechnet.

Wir haben uns für die Route „Antrim Glens & Coastline“ entschieden. Dabei konnten wir zwischen leicht und moderat sowie aus einer unterschiedlichen Anzahl Tage wählen. Im Vorfeld haben wir Karten, Beschriebe und Kontakte der B&B zugesandt erhalten, denn wir laufen nicht betreut, sondern individuell. Das Gepäck wird vom einen Ort zum anderen gebracht, was den Vorteil hat, dass wir mit leichtem Rucksack wandern können (Package pro Person rund 600 Franken). Ich finde dies eine ziemlich coole Art, unterwegs zu sein!

    

Tag 1
Wir fahren mit dem Bus der Translink Goldline von Belfast nach Ballymena und von da aus mit dem Regionalbus nach Ballycastle (die Chauffeurin fährt wie der Henker über die engen Landstrassen). Dauer pro Strecke rund eine Stunde, wir profitieren von einem Tagesticket (Bus Rambler Ticket) für 9 Pfund pro Person.

Wir übernachten zwei Mal im „Corratavey House“, 40 Quay Road (Teil von „An Caislean“): Die Räume sind über mindestens zwei Häuser verteilt, unser Zimmer und Bett sehr klein, die Menschen nett und hilfsbereit. Und für eine kurze Tour durchs Städtli und entlang dem Strand bleibt vor dem Nachtessen auch noch Zeit.

    

Tag 2
Nach dem Frühstück decken wir uns im nahegelegenen Spar mit Essen und Getränken ein (die haben eine tiptope Theke mit Salaten, Sandwiches und Pies) und fahren mit der Fähre in rund 40 Minuten rüber nach Rathlin Island (p.P. 12 Pfund hin und zurück). Die schnellere Fähre, welche nur etwa 25 Minuten braucht, ist kaputt. Mir egal, ich mag Schifffahrten, auch wenn es hier heute etwas stürmisch ist.

Auf der Insel angekommen, fahren wir mit dem Ortsbus (5 Pfund p. P.) direkt zum westlichsten Punkt der Insel, wo sich eine Vogelstation und ein Leuchtturm befinden. Von dort laufen zurück zum Hafen. Bis auf einen kurzen, schönen und windigen Ausläufer entlang den Klippen, müssen wir auf der Strasse, also auf Asphalt gehen (rund 7 Kilometer). Keine Empfehlung dafür. Verregnet werden wir zwischendurch für eine halbe Stunde auch noch ziemlich, unsere Kleider haben den Regentest aber bestanden. Durch die starken Winde wechselt das Wetter hier in Minuten und nach starkem Regen kann innerhalb von fünf Minuten wieder die Sonne scheinen. Spannend anzuschauen! Zurück am Hafen machen wir noch eine kleine, 30-minütige Tour auf die Ostseite (welche als komplette Tour definitiv lohnenswerter gewesen wäre), bevor es mit der Fähre wieder zurück nach Ballycastle geht.

Wir essen an beiden Abenden grossartig im „Central“, 12 Ann Street. Das Restaurant ist sehr gut besucht. Wohl auch, weil es eines der wenigen (guten) hier im Ort ist. Am ersten Abend treffen wir noch zwei Schweizer aus Martigny, welche die „Game of Thrones“-Tour gemacht haben. Darüber reden wir dann eher weniger – weil uns da von meiner Seite ziemlich schnell der Gesprächsstoff ausgehen würde – ansonsten ist es sehr kurzweilig und unterhaltsam.
Der sehr gut sortierte Lebensmittelladen „Mc Lister’s“, 17 Ann Street, ist noch zu empfehlen und auch die „Ursa Minor Bakery“, 45 Ann Street, welche sehr guten Kaffee anbietet und hübsch eingerichtet ist.

  

Tag 3
Heute geht es endlich richtig los. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns, unser Gepäck kommt nach…
Von Ballycastle nach Ballintoy sind es 12 Kilometer in rund zweieinhalb Stunden. Noch nicht grossartig an der Küste, aber nett über nicht allzu sehr befahrene Strassen, durch Wald und Gebüsch und zwischendurch treffen wir auch noch Jim und Anne, ein pensioniertes Ehepaar aus Missouri, welche im selben B&B waren wir wir. Er verlässt sich auf sein GPS, wir uns auf die Wegbeschreibungen vom Organisator. Am Ende haben wir alle genau dasselbe gemacht.

Nach unserer Ankunft in Ballintoy wollen wir natürlich auch noch über die Carrick-a-Rede Rope Bridge. Wir kaufen unsere Tickets und müssen drei Stunden warten (das ist ein Hotspot hier, zu welchem die Touristen Carweise gekarrt werden). Was uns Zeit verschafft, um schon mal in unser B&B einzuchecken. Der Mann und ich wetten noch, wie viele Besucher hier an so einem Tag ein Ticket für die Brücke kaufen. Er verliert haushoch. Es sind „nur“ 2100.

Übernachtung im „The Castle B&B“, 8 Harbour Road: Vor einem Jahr modernisiert und unter neuer Leitung eröffnet. Wir sind sehr glücklich mit unserem grossen Zimmer und Bett. Unser Host ist superfreundlich und aufgeschlossen. Leider ist das Gebäude etwas ringhörig und als abends noch ein Paar ins obere Zimmer einzieht, hören wir jeden Schritt und verstehen jedes (deutsche) Wort.

Nachtessen gibt es im rund einen Kilometer entfernten „The Fullerton Arms“, 22-24 Main Street, wo unsere amerikanischen Freunde auch speisen und nächtigen. Das Essen ist gut; Suppen können sie hier einfach!

    

Tag 4
Wir bekommen nach dem sehr ausgiebigen Frühstück und einer netten Unterhaltung mit dem Besitzer unsere Sandwiches mit auf den Weg und laufen los. Heute von Ballintoy nach The Giant’s Causeway, rund 18 Kilometer in viereinhalb Stunden. Zu Beginn gleich ein Teil am Strand und über grössere Steine, dann oben entlang der Klippen auf Kiesel- und Wiesenwegen. Sehr schön und echt eindrücklich! Am Ende erwartet uns ein weiterer Hotspot: Der „Giant’s Causeway“ mit seinen rund 40’000 Basaltsäulen ist das erste (und einzige) nordirische UNESCO-Weltnaturerbe. Ich fand die Klippen vorher ja beeindruckender (und vor allem hatte es weniger Menschen), aber ein paar nette Fotos gibt es auch hier.

Übernachtung im „Carnside Guest House“, 23 Causeway Road bei zwei älteren Schwestern. Ist okay, das Zimmer winzig, das Frühstücksbuffet gut, Wifi funktioniert nicht.

Essen gibt es im rund 1.5 Kilometer enfernten (als ob wir nicht schon genug Kilometer in den Beinen hätten!) „Smugglers Inn“. Nichts weiter dazu zu sagen, aber es ist halt das einzige Restaurant in der Nähe.

  

Tag 5
Beim Frühstück treffen wir Jim und Anne wieder, was einmal mehr ein erfreuliches Gespräch ergibt. Da sie die Wandervariante „leicht“ gewählt haben, war dies leider unser letztes Aufeinandertreffen.

Die Schlussetappe unserer Wanderwoche von Giant’s Causeway nach Portstewart hat es in sich: rund 23 Kilometer in etwas mehr als fünf Stunden. Zu Beginn wieder am Strand, was echt schön ist, dann entlang einer ziemlich befahrenen Strasse (weniger schön) und genau, als es wieder stärker zu regnen beginnt, kommen wir an den Ruinen des „Dunluce Castle“ an, wo wir uns im „Wee Cottage“ mit Sandwiches verpflegen. Und bis die aufgegessen sind, scheint auch schon wieder die Sonne… Weiter gehts über den Curran Strand, wo die Lifeguard auf meine Frage bezüglich Wassertemperatur antwortet: „14-15 Grad.“ (mir zu kalt, anderen aber nicht) und Ramore Head Portrush nach Portstewart, wo wir in der letzten Stunde nochmal so richtig schön verregnet werden.

Übernachtung im „Cul-Erg B&B“, 9 Hillside: Das Zimmer wieder etwas grösser, richtig trocken werden unsere Kleider hier aber nicht. Nachtessen im „Amici“, alter Golfplatz: Wir wurden vorgewarnt, das Restaurant sei sehr gut gebucht. Nach 30 Minuten warten bekommen wir aber trotzdem einen Tisch und das italienische Essen ist echt lecker! Wir bestellen, was die Karte her gibt. Belohnung! 🙂

Tag 6
Zum Frühstück können wir hier bestellen, was das Herz begehrt. Natürlich auch einen typisch irischen Teller, ich beschränke mich auf Scrambled Eggs on Toast und Früchte, sehr lecker! Wir sind froh, heute mal nicht wandern zu müssen und hoffentlich in unserem nächsten B&B in Derry – Londonderry unsere Kleider waschen zu können.

Fazit
Eine echt gute Sache, die ich jederzeit wieder machen und auch empfehlen würde. Mit definitiv folgender Änderung: Mit weniger Gepäck reisen. Da diese Tour für uns nur der Teil eines fünfwöchigen Tripps war, hatten wir natürlich etwas mehr dabei. Das ist grundsätzlich nicht das Problem, da die Koffer ja transportiert wurden. Allerdings waren die Zimmer meist klein und jeden Tag Koffer aus- und wieder einpacken… Es gibt besseres! Und Franziska, falls du das hier liest: Danke für die Erinnerung und Bestärkung bezüglich Vakuum-Textilsack. Wirkt Wunder! 🙂

Wetter
Alles! Sonne, Wolken, Regen, Wind… Alles in allem erging es uns aber wohl echt nicht schlecht und die entsprechenden Klamotten hatten wir ja schliesslich dabei. Temperaturen immer so zwischen 17 und 19 Grad. Der Wind nie kalt, also angenehmes Wanderwetter.

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