Amerika, Die Reise 2015, Kanada
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#25 – Auf grosser Fahrt von Montréal nach Boston.

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1. Tag: Boarding.
Am Hafen von Montréal ist zwar nicht wirklich viel gekennzeichnet, aber die 14-stöckige „MS Maasdam“ ist nicht zu übersehen und so finden auch wir den Weg zu unserem schwimmenden Zuhause für die nächsten sieben Tage. Check-in und Boarding sind gut organisiert und trotz des fehlenden ESTA-Visums (dessen Ausstellung uns die nächsten Tagen regelmässigen Kontakt mit dem Front Office verschafft) werden wir an Board und in unsere Kabine gelassen.

Der 1. Eindruck: Ich hatte mir alles etwas stilvoller vorgestellt. Also nicht zwingend das Schiff, welches zwar alt und in beige gehalten, jedoch trotzdem elegant ist, als viel mehr die Passagiere. Das bestätigt sich abends auch beim Dinner „Smart Casual“. Ich bin mal auf „Gala Attire“ übermorgen gespannt…
Der 2. Eindruck: Im Preis inbegriffen ist auch das Essen, welches an 24 Stunden pro Tag in jedwelcher Form zur Verfügung steht. Und manche Passagiere sehen tatsächlich so aus, als ob sie das ganze Jahr über nur auf Kreuzfahrt sind.

An Bord sind rund 1250 Passagiere und 580 Crew-Mitglieder. Das komplette Servicepersonal ist aus Indonesien, das Küchenpersonal von den Philippinen und Office, Unterhaltung und Navigation aus verschiedenen Nationen gemischt. Die Passagiere verteilen sich eigentlich recht gut und den Sonnenuntergang kann man vom „Navigation Deck 10“ fast alleine beobachten.

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2. Tag: Québec.
Die ganze Nacht sind wir auf dem Sankt-Lorenz-Strom Richtung Québec gefahren, wo wir um ca. 7 Uhr anlegen. Frisch am Frühstücksbuffet gestärkt, verlassen wir das Schiff, um das bedeckte Québec zu entdecken. Der Mann war vor zehn Jahren schon mal für einen Sprachaufenthalt hier (was für ein Französisch man hier allerdings lernen sollte, ich weiss es nicht…) und führt mich durch „sein“ Québec. Durch die Altstadt laufen wir hoch zu den „Plains of Abraham“. Wo sich im 18. Jahrhundert die Franzosen und die Briten aufs Bitterste bekämpft hatten, ist heute ein weitläufiger Park für Spaziergänger, Jogger und Hündeler. Vorbei an der Zitadelle führt ein Panorama-Weg zur „Terrasse Dufferin“, wo man von einem tollen Blick über die Bucht und dem Hotel „Le Château Frontenac“ fast erschlagen wird.

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3. Tag: Tag auf See.
Es regnet und stürmt. In der Nacht wurde wegen Zeitzonenwechsel auch noch die Uhr um eine Stunde nach vorne gedreht (in drei Tagen gehts dann wieder um eine Stunde zurück).
Ein mehrseitiges Tagesprogramm bietet solche tollen Dinge wie „The Art of Flower Arranging“, „Windows 8.1 Basics“ und „Live Champagne Art Auction“. Wir vertreiben uns die Zeit jedoch lieber mit (selbständig geplantem) Essen, Lesen, Gym, Essen, Ping Pong Spielen, Lesen und Essen. Heute Abend ist „Elegant Night“, wie wir jedoch vom Front Desk erfahren haben, war die nicht für alle so elegant (also abgesehen davon, was wir so an Kleidung sehen): für die einen Mägen wurde es zu stürmisch und gewisse Tische mussten neu aufgedeckt werden. Vielleicht ist darum der Speisesaal bei unserer Verköstigung um 20 Uhr etwas leerer als sonst…
Zum Glück beruhigt sich das Ganze auch wieder und blauer Himmel lässt auf einen schönen morgigen Tag hoffen. Wir beschliessen den Abend mit einem stündigen Konzert von Patrick McMahon, der als australischer Rockstar angepriesen wird und uns mit seinen Coverversionen von Kenny Rogers, Neil Diamond und Johnny Cash tatsächlich bestens unterhält. Ich sage nur: „Ring of Fire“, yeah!

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4. Tag: Charlottetown.
Direkt am Pier kann man sich mit einem Mountie fotografieren lassen und mit Souvenirs eindecken. Wir lassen beides links liegen und machen einen Spaziergang durch die Hauptstadt der Provinz Prince Edward Islands mit seinen schmucken und farbenfrohen Häusern. Das wichtigste in dieser Stadt scheint sowieso „Anne of Green Gables“ zu sein, so eine Art Heidi auf kanadisch: basierend auf den Büchern (Ersterscheinung 1908) von Lucy Maud Montgomery gibt es heute Shops, Ausflüge zum (fiktiven) Haus, Theater und Musicals. Anscheinend liess sich Astrid Lindgren davon für ihre Pippi Langstrumpf inspirieren.
Das Wetter lässt es heute zu, dass ich später am Nachmittag meine Thailand-Bräune auf Deck ein wenig auffrischen kann.

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5. Tag: Sydney.
It’s Canada Day! Das bedeutet rot-weisser Kuchen und Dudelsäcke zum Empfang am Pier. Viel ist hier ansonsten nicht los, aber ein Spaziergang durch die Stadt liegt wie immer drin und einen gut ausgebauten Boardwalk gibt es gratis dazu.
Zurück auf dem Schiff treffen wir Claudia und Heike (aus Berlin und Dresden) auf einen Kaffee, nachdem sie uns eine nette Karte mit Anfrage beim Front Office hinterlassen haben. Meine Antwort hinterlege ich bei ihnen an der Tür und der Mann meint, das sei ja fast wie bei verliebten Teenagern, die sich Nachrichten schreiben. Tja, so läuft das eben hier auf dem Schiff… (klar, Telefone gibt es auch, aber man ist eben immer unterwegs).

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6. Tag: Halifax.
Wir machen den vorgeschlagenen Stadtrundgang: gucken in einige Shops rein, laufen durch den „Halifax Public Garden“, dann hoch zur Zitadelle, vorbei an der „Old Town Clock“ und runter zum Pier. Da ist es schon sehr touristisch und überlaufen, sodass wir uns bald einmal auf die „Ruhe“ unseres Schiffes zurückziehen.
Vor unserem Landgang informieren wir uns auch noch, wo die Erinnerungsstätten des Swissair-Absturzes sind: auf Bayswater und in der Nähe von Peggy’s Cove, zu weit draussen für einen kurzen Besuch.

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7. Tag: Bar Harbor.
Da wir nun in Amerika sind, müssen vor dem Ausstieg erst die Zollformalitäten hinter uns gebracht werden. Die Behörden kommen dabei aber aufs Boot und das Ganze läuft sehr easy und entspannt ab (im Gegensatz zur Einreise nach Kanada, wo wir sogar gefragt wurden, wie lange wir denn schon zusammen sind).
Wir können mit unserem Schiff nicht direkt am Hafen anlegen, da es zu gross ist und müssen daher Nummern ziehen, im Showroom warten, bis diese aufgerufen wird und wir mit den eingesetzten Rettungsbooten („Tender“) reinfahren können. Sobald man vom Pier weg und aus den Massen von Menschen und Souvenirshops raus ist, zeigt sich die Stadt von seiner hübschen Seite. Da gibt es Häuser am Wasser, der Wahnsinn! So was hätte ich auch gerne…
Abends lasse ich mich von unseren Kreuzfahrtbekanntschaften Claudia und Heike „Dancing with the Stars at Sea“ überreden, einem unterhaltsamen Abklatsch von „Let’s Dance“ und perfekten Abschluss unserer Reise.

8. Tag: Ankunft in Boston.
Wir verschlafen zwar die Ankunft im Hafen von Boston, den Ausstieg schaffen wir nach dem letzten Besuch am Frühstücksbuffet aber dank perfekter Organisation von Seiten Crew rechtzeitig und ohne Probleme. „Happy 4th of July!“

Ich über die Kreuzfahrt.
Hmm… da gibt es mehrere Punkte:

  1. Wir waren bei der Ankunft in Boston weniger ausgeruht als erwartet. Die vielen Menschen an Board setzen einem doch ein wenig zu.
  2. So viele Leute waren einfach dick und haben gefressen, dass es einem ein Graus war. Stilvoll ist für mich was anderes.
  3. Viele Kreuzfahrtschiffe sind noch grösser als die „MS Maasdam“, mich bringt man in Zukunft jedoch höchstens noch auf ein kleineres. Was dann jedoch wohl ein höheres Budget erforderlich macht.
  4. Die Crew bietet ein umfangreiches Programm und man kann sich problemlos den ganzen Tag unterhalten (lassen).
  5. Ich liebe es, auf dem Wasser zu sein! Und mir wurde zum Glück nie schlecht.

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