Asien, Die Reise 2015, Japan
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#20 – Japan: Vorwärtskommen einfach gemacht.

Mit einem eigenen Auto sind wir nicht unterwegs, also nutzen wir alles andere, was uns zur Verfügung steht und sind froh, für drei Wochen in keinen Flieger steigen zu müssen.

Okay, Fahrräder stehen bei uns jetzt grad nicht so hoch im Kurs – dafür laufen wir zu gerne und kommen selten da raus wo wir rein sind – die kann man aber an vielen Orten mieten und auch die Japaner sind gerne und häufig mit dem Rad unterwegs.

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Zugfahren mit dem Japan Railpass.
Dieser kostet für 21 Tage in der 2. Klasse 500 Franken und kann nur im Ausland gekauft werden. Von zuhause bringen wir also den Gutschein mit, den wir noch am Flughafen direkt am JR-Schalter umtauschen und mit dem erhaltenen Pass gleich nach Tokyo in die Stadt reinfahren (und im Hotel Marunouchi damit erst noch günstiger übernachten) können. In den meisten Orten, wo wir unterwegs waren, hat der Railpass gereicht. Für Regional- und Bergbahnen muss man teilweise zusätzliche Billette kaufen und auch in Tokyo, wo sich neben JR diverse weitere Anbieter im Regional- und Metroverkehr tummeln.

Über das Zugfahren in Japan hört man ja so einiges, daher an dieser Stelle, wie ich das so erlebe. Was tatsächlich stimmt:

  • Die Züge sind grossartig, auch in der zweiten Klasse. Verstellbare Lehnen (welche auch brav immer wieder hochgeklappt werden, wenn man aussteigt), Sitzlehnen zwischen jedem Sessel und genug Platz für die Beine.
  • Schon auf dem Perron sieht man, wo welcher Wagen des Zuges zum Halten kommen wird. Und entsprechend wird sich dann auch angestellt.
  • Toiletten am Bahnhof und im Zug sind jederzeit sauber und gratis benutzbar.
  • Sitzplatzreservationen sind gratis (ja, gratis!) und können auch erst kurz vor der Reise und auf englisch am Bahnhof gemacht werden.
  • Man kann in den Shinkansen noch rauchen. In der 1. Klasse gibt es einen ganzen Wagen, in der 2. Klasse einzelne Kabäuschen, welche wie Telefonzellen aussehen.
  • Mobiltelefone werden auf lautlos gestellt und zum Telefonieren geht man raus auf die Plattform. Abgesehen von den Touristen, die das nicht checken.

Und wo die Japaner den Schweizern dann doch wieder nahe sind:

  • Sie sitzen einzeln in freie 3er- oder 2er-Sitzreihen. Und ja, auch sie stellen Taschen auf die freien Plätze, bis sich jemand dahin setzen möchte.
  • Im Anstehen und Reihen bilden sind sie definitiv Weltmeister, aber drängeln können sie dann schon auch, wenn es losgeht. Und einsteigen, wenn andere noch aussteigen, aber halt alles etwas geordneter und ruhiger als bei uns.
  • Das Begehen der taktilen Streifen und Felder ist auch für die Japaner eher Standard als Ausnahme.

Die SBB mag zwar weltweit die Nummer 2 und in Europa die Nummer 1 sein, vom Service in Japan ist sie jedoch noch kilometerweit entfernt.

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Metro und S-Bahn.
Ja, das Ticket lösen sieht auf den ersten Blick schwierig aus, wenn man es aber ein Mal gemacht hat, versteht man das Prinzip. Oben sieht man die einzelnen Strecken, neben dem Halteort stehen eine Nummer und der Preis, den die Fahrt dahin kostet. Am Automat macht man dann folgendes: Das entsprechende Geld einwerfen, Anzahl Tickets wählen, auf den Knopf mit der entsprechenden Summe drücken und warten, bis das Ticket gedruckt ist.

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Bus und Tram.
Die Fahrzeuge und Haltestellen sind (zumindest in den Städten) sowohl japanisch als auch englisch angeschrieben, man findet sich also ziemlich gut und schnell zurecht. Bei der hinteren Türe steigt man ein. Will man aussteigen, drückt man den Halteknopf und begibt sich langsam nach vorne zum Fahrer. Man kann aber auch warten, bis der Bus hält, so wie es eigentlich alle alten Leute mit ihren Einkaufswägeli machen. Bloss regt sich hier kein Mensch drüber auf. Dann wirft man das genau abgezählte Geld (für eine Fahrt eigentlich überall 230 Yen) in die entsprechende Zählbox oder hält sein Abo an den Scanner. Erst dann wird ausgestiegen.

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Taxi.
Sowas hast du noch nicht gesehen! Die Taxi sehen aus wie Staatskarossen aus der DDR. Sind jedoch von Toyota (Modell Crown, welches nach einem kurzen, erfolglosen Abstecher nach Europa heute nur noch in Asien vertrieben wird) und wenn nicht ziemlich neu, dann doch sehr gut gepflegt. Die Fahrer sehen aus wie Chauffeure: sie tragen mindestens ein weisses Hemd und eine Hose mit Bügelfalte. Sehr oft aber auch noch ein Jackett und eine Mütze. Und zum Fahren sowieso noch die weissen Handschuhe. Die hinteren Türen bedienen sie vom Fahrersitz aus, man muss selber also weder öffnen noch schliessen.

image Auch ohne die Sprache zu beherrschen, kann man in Japan also problemlos von einem Ort zum anderen gelangen. Selber Autofahren ginge bestimmt auch, so freundlich und beherrscht wie die Fahrer sich hier auf der Strasse verhalten (hupen hört man sie grad gar nie). Die Schilder lesen und verstehen können ist dann wieder eine andere Sache…

2 Kommentare

  1. Cecilia sagt

    Ma Belle, ich habe Gestern Deine JAPAN-Postkarte im Briefkasten gehabt. Merci viel, viel mal! Ich freue mich jeweils sehr, Deinen Blog zu lesen. Einfach herrlich – es fühlt sich an, als wäre ich zeitweise mit Euch auf Reisen und dabei bekomme ich richtig Lust, die gleiche Tour auch zu bereisen…zumal Dein Blog sich eher zu einem genial, persönlichen Reiseführer mutiert. 😉 Soll ich mal ein Buchdrucker suchen ;-)) ha ha ha
    Einen lieben Gruss von Dani, wenn Ihr nochmals nach Tokio kommt, dann sollt ihr in Shinjuku in den Tokyo Hands Store und, falls ihr nicht bereits wart, über die berühmte Kreuzung in Shibuya. Der Park daneben ist auch recht cool, vor allem an Weekends. Also ihr Lieben, geniesst es weiterhin und noch ein bisschen mehr! Bacio Cecilia & Dani

    • Hey Bella, bitte, sehr gern geschehen. Und merci vielmal für das Kompliment! Freut mich sehr, wenn es Menschen gibt, die Freude an meinen Beiträgen habt. Sie zu schreiben bereitet mir nämlich auch viel Spass.
      Tatsächlich haben wir in Shinjuku fast gegenüber vom Tokyu Hands gewohnt, es aber kein einziges Mal rein geschafft. Und die Kreuzung in Shibuya ist tatsächlich grossartig faszinierend. Merci, Dani, für die Tipps und liebe Grüsse zu euch in die Schweiz, Eliane.

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