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#8 – Friedrichshain Berlin: Ein Blick in die ehemalige DDR.

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Heute hat uns die S-Bahn in Lichtenberg ausgespuckt, scheinbar am Ende der Welt, scheinbar in einer anderen Zeit. Riesige Plattenbausiedlungen säumen die Frankfurterallee, eine mehrspurige Strasse, die sich bis über mehrere Kilometer bis zum Alexanderplatz zieht. Man ist weit weg von der hippen City und wähnt sich in der alten DDR. Hier hatte auch das Ministerium für Staatssicherheit seine Headquarters. Heute befindet sich in einem der Gebäude das Stasi-Museum, das prägnante und interessante Einblicke in den Überwachungsstaat von damals gibt.

Ein paar Kilometer stadteinwärts und einmal um die Ecke gebogen sind die Plattenbauten wieder Vergangenheit, und es offenbart sich eines der angesagtesten (Wohn-)Quartiere der Stadt: Friedrichshain. Beim Besuch vor eineinhalb Jahren liess sich bereits erahnen, was die Gentrifikation auslösen könnte. Da und dort die ersten coolen Geschäfte, vorwiegend junge Leute… Der Blick auf den Boxhagener Platz, ein rechteckiger Park in der Quartiermitte, überrascht uns dann doch: Gefühlte 100 Familien mit ihren Kindern am Spielen, in unmittelbarer Läden für Baby- und Kinderbedarf aller Art. Sympathisch die Bänke vor jedem Geschäft, so dass der Mann nicht immer mit rein muss…

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In Friedrichshain pulsiert das junge Familienleben, hier kann sich der Student noch das volle Romantikprogramm geben. Hier gibt es aber auch den originellsten Italiener: „Il Ritrovo“ heisst die Beiz, die mehr Punk-Kneippe als Ristorante ist. Im Service schnoddrige Italo-Jungs, die einen noch knapp willkommen heissen. In der Küche müssen die Nonnas am Werk sein, anders ist diese grossartige cucina casalinga kaum vorstellbar.

Mit der Tram fahren wir schliesslich ans Frankfurter Tor, wo wir wieder kurz eintauchen in die DDR-Welt der Monsterbauten, bevor es zurück nach Berlin Mitte geht. Hier ist die Entwicklung, die Friedrichshain durchgemacht hat, schon seit Jahren abgeschlossen. So bleiben die Plattenbauten die grossen Zeugen einer vergangenen Zeit.

5 Kommentare

    • Merci dir, liebe Mimi. Und das Kompliment gebe ich gerne weiter, der Beitrag zu Friedrichshain war nämlich der erste von Gastautor Martin 😉

  1. Myriam sagt

    Aha, auch DER Mann ist Goethes Sprache mächtig und steht Madame stilistisch in nichts nach, Kompliment. Danke für die spannende Lektüre☺️Die schöne Postkarte hat es übrigens bis zu mir geschafft, Grüsse wurden allseits ausgerichtet. Geniesst es weiterhin, Ihr zwei Hübschen! Ich freu mich schon auf #10.

  2. Christine sagt

    Berichte der Hauptautorin und des Gastautors sind super. Freue mich auf weitere spannenden Lesestoff von euch 2. Weiterhin viel Vergnügen, cs

  3. Hach, da werden alte Erinnerungen wach da ich in Lichtenberg gearbeitet habe. Toller Bahnhof da… inkl. 20 Cent Flaschensammlern und Alki-Schick morgens um 9. Das ist genau was Berlin spannend macht!

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